Die Freundschaftsikone in Chemnitz

auf ihrem Weg von Zagreb nach Genf

In der Woche nach dem Evangelischen Kirchentag in Köln war eine der Freundschaftsikonen, die beim 29. Europäischen Jugendtreffen der Gemeinschaft von Taizé in Zagreb am Jahreswechsel auf den Weg durch Europa geschickt wurden, für einige Tage in Chemnitz. (Hier kann man den Weg der Ikone durch Deutschland nachvollziehen, Kontaktadressen erfahren und weitere Wunsch-Stationen eintragen.)

Die Chemnitzer Stationen

Ihren Einstand in Chemnitz hatte die Ikone beim Mittagsgebet der Hauptamtlichen Mitarbeiter der Pfarrei St. Joseph und des Caritasverbands am Dienstag in der Kirche im Stadtteil Sonnenberg.
Dann wanderte die Freundschaftsikone zu einem Abendgebet zur Evangelischen Studentengemeinde ins Stadtzentrum, wo an diesem Abend auch Rückschau auf den Evangelischen Kirchentag gehalten wurde. Am Mittwoch der "Ikonenwoche" ging es zurück nach St. Joseph, wo die Freundschaftsikone einen Seniorenvormittag bereicherte. Abends fand ein Gebet mit Elementen aus Taizé im äußersten Südwesten von Chemnitz, in der Kirche Maria Hilfe der Christen im Stadtteil Reichenbrand statt (Fotos).
Dann wurde die Freundschaftsikone in den Osten der Stadt, an die Kirche in Adelsberg weitergegeben, wo am Donnerstagabend ein Gebet mit Elementen aus Taizé gefeiert wurde (Fotos).
Am nächsten Tag ging es zu den Benediktinern nach Wechselburg zur traditionellen Wechselburger Jugendvesper, zu der sich zweimonatlich Jugendliche aus dem gesamten Bistum Dresden-Meißen in der Basilika des Klosters zum Gottesdienst und zu anschließenden Workshops im benachbarten Jugend- und Familienhaus versammeln (Fotos).
Am Samstag der Ikonenwoche, einige Tage bevor die Ikone dann zu einer Andacht in die Chemnitzer Justizvollzugsanstalt gebracht wurde, fand - wieder auf dem Sonnenberg - ein "Nachmittag wie in Taizé" statt, der von der katholischen Dekanatsjugend veranstaltet wurde (Fotos).

"Ein Nachmittag wie in Taizé"

Gegen 14 Uhr haben sich einige Jugendliche und interessierte Erwachsene zu einem kurzen Mittagsgebet im Pfarrsaal von St. Joseph versammelt. Der Saal ist bereits mit vielen Teelichtern, orangefarbenen Tüchern und der aus Taizé bekannten Kreuzikone geschmückt. Nun kommt die Freundschaftsikone dazu. Wir singen gemeinsam Taizé-Lieder, betrachten eine Bibelstelle, die am selben Tag vor nicht einmal zwei Stunden auch beim Mittagsgebet in Taizé gelesen wurde, und beschließen das Gebet nach einer Zeit der Stille mit Taizé-Liedern.
Im Anschluss gibt Dekanatsjugendseelsorger Pater Harald Neuberger SDB eine Hinführung zur Freunschaftsikone. Wir lernen dabei die beiden auf der koptischen Ikone dargestellten Personen kennen - Abt Menas, der im dritten Jahrhundert im heutigen Ägypten lebte und nach einem bewegten Leben als Märtyrer starb, und Jesus Christus Soter (griech.: Retter), der ihm freundschaftlich den Arm auf die Schulter legt. Pater Harald liefert einige Denkanstöße zum Thema Freundschaft, das in unser aller Leben eine so wichtige Rolle spielt, und wir überlegen, wie wir das Angebot Jesu annehmen können, der jedem Einzelnen von uns sagt, "Du bist mein Freund". Nach dieser Hinführung zur Ikone stärken wir uns mit Tee und Keksen. Dann wird die Gruppe aufgeteilt: Diejenigen, welche in den Sommerferien mit nach Taizé fahren werden, ziehen sich mit Pater Harald in einen Gruppenraum zurück. Für die anderen heißt es nun Mitarbeit: Die Kirche muss für das Abendgebet gestaltet und das Abendessen gekocht werden. Während die Taizé-Fahrer sich also zum gegenseitigen Kennenlernen im Gruppenraum austauschen und weitere Informationen darüber erhalten, wie eine typische Woche in Taizé abläuft (auch mittels eines Videos), schmücken die anderen den Altarraum der St.-Josephskirche für das Abendgebet oder kochen Kartoffelbrei in großen Töpfen auf dem Herd im Gemeindezentrum. Dazu gibt es dann gebratene Würstchen, Schokolade, Pfirsiche und Tee. 

Abendgebet

Nach dem Abendessen versammeln wir uns in der Kirche zum Abendgebet. Dabei hören wir eine Stelle aus dem Johannesevangelium. Nach einer Zeit der Stille hat jeder die Möglichkeit, eine Fürbitte auszusprechen und dabei ein Teelicht zu entzünden. Während das Gebet in der Kirche noch eine Weile weitergeht, treffen sich einige wieder im Gemeindesaal, wo der Abend wie im "Oyak" in Geselligkeit bei Eis und Süßigkeiten ausklingt. Spätestens jetzt gibt es Gelegenheit, das kleine rote Beiheft, das die Ikone auf ihrem Weg durch Deutschland begleitet, durchzublättern, ein paar persönliche Worte zu hinterlassen und den bisherigen Weg der Freundschaftsikone nachzuvollziehen.

Beim Stöbern im Begleitheft...

stellt sich ein Gefühl dafür ein, mit so vielen anderen verbunden zu sein auf dem gemeinsamen Pilgerweg wie auch dem Weg der Freundschaftsikonen, die in ganz Europa von Jugendgruppe zu Jugendgruppe und Gemeinde zu Gemeinde weitergegeben werden bis sie am Jahresende zum Jubiläumsjugendtreffen, dem 30. Europäischen Jugendtreffen in Genf, ankommen werden. Und vielleicht gibt es dort auch eine Begegnung mit den Menschen, deren Unterschriften man im Begleitheft vor sich hatte.