Erklärung der Ortsnamen in Taizé

Frère Roger erinnert sich in seinem Tagebuch "Ein Fest ohne Ende":

"Während der Fasnachtsfeiern der Universitäten 1969 waren, ohne dass wir damit gerechnet hätten, Jugendliche aus 42 Nationen nach Taize gekommen."

In Taizé treffen sich Jugendliche aus der ganzen Welt. Und sie stoßen in Taizé auf seltsam klingende Bezeichnungen von Orten und Einrichtungen. Scheinbar wundert sich jedoch niemand darüber. Fragt man einen Bruder, dann bekommt man die Antwort, dass Bezeichnungen gewählt wurden, die in vielen Sprachen leicht auszusprechen sind. Das ist sicher richtig, aber ich denke, dass diese Bezeichnungen natürlich nicht zufällig gewählt wurden. Es sind Orte, die den Brüdern von Taizé im Laufe ihrer Geschichte wichtig geworden sind.

Name

Gebäude in Taizé

Namensvorbild

Erklärung

El Abiodh

Krankenrevier und Frauen-Permanents; 1965 beschloss die Gemeinschaft, in der Nähe der Versöhnungskirche ein Gästehaus zu bauen. Es wurde auf dem Gelände eines Schießstandes errichtet, das der Gemeinderat des Nachbardorfes Cormatin den Brüdern verpachtete. Später wurden zwei Flügel angebaut: "Konstantinopel" und "Lambarene".

El Abiodh Sidi-Cheikh in der südalgerischen Sahara: Dort hatCharles de Foucauld gelebt.

Bereits 1949 wollten dieKleinen Brüder ihre jungen Brüder für ihr Postulat nach Taizé schicken, jedoch erhielten sie nicht die Zustimmung der katholischen Kirche. Fr. Roger schrieb darüber:

"Ich war mir damals klar darüber, dass ihr Kommen uns auf einen gemeinsamen Weg bringen kann. Ich sagte mir: Welchen Sinn hat es, eine neue Gemeinschaft ins Leben zu rufen, wenn die kleinen Brüder von Charles de Foucauld eine uns nah verwandte Berufung haben?"

Die Communauté hatte Fraternitäten in Algier (seit 1951) und Hussein-Dey.

Konstantinopel

 

 

1962 verbrachte Fr. Roger eine Woche bei Patriarch Athenagoras in Konstantinopel.

Lambarene

Frauen-Permanents

Ort in Gabun: Dort gründete Albert Schweitzer 1913 sein Urwaldhospital. Schweitzer erhielt 1952 den Friedensnobelpreis und starb am 04.09.1965 in Lambarene.

 

La Morada

auch "Maison Jaune", franz. "Gelbes Haus" genannt; es fungiert als "Verwaltung" und Ort der Begegnung mit Brüdern

Stadt in Chile

Fr. Roger war schon lange mit Bischof Manuel Larrain von Talca und seit dem 2. Vatikanischen Konzil mit Kardinal Silva Henriquez befreundet. Im Zuge derOperation Hoffnung" wurden Projekte in Talca, Santiago und Valdivia unterstützt. Die guten Beziehungen zu Chile gipfelten in einem Aufenthalt Fr. Rogers in Chile 1974. "

Madras

Baracken-Bereich hinter El Abiodh

Hauptstadt der indischen Provinz Tamil Nadu; sie heißt jetzt Chennai.

In Madras fanden 1985 und 1988 interkontinentale Jugendtreffen statt.

Olinda

Familienbereich

Stadt in Brasilien; die Alstadt ist Weltkulturerbe.

Seit dem 2. Vatikanischen Konzil herrscht eine tiefe Freundschaft zwischen Fr. Roger und Dom Hélder Câmara, dem Erzbischof von Olinda und Recife. Er war mehrmals in der Wohnung der Brüder in Rom zu Gast. Im Mai 1970 besuchte Dom Hélder Câmara Taizé.

Manaos

Baracken-Bereich auf dem Hof mit den Baracken 10 bis 15

Stadt in Brasilien

In Alagoinhas, Brasilien, leben Brüder aus Taizé. 1967 gab es bereits eine Fraternität in Recife.

N'Toumi

Frauen, die drei Monate bleiben

Francine N'Toumi ist Biologin am Albert-Schweitzer-Hospital in Lambarene. Sie wurde 1962 im Kongo geboren und publiziert unter dem PseudonymFrancine Laurens.

 

Douala

Zeltplatz

größte Stadt in Kamerun, Hafenstadt in der Bucht von Biafra

Nach der Eröffnung des "Konzils der Jugend" am 30. August 1974 in Taizé fand Ende Dezember 1975 in Douala das erste afrikanischen "Fest des Konzils der Jugend" statt.

Oyak

Bistro, Kiosk, Treffpunkt; ursprünglich war es eine Tankstelle.

entweder Marktplatz in Douala oder Stadt in der Provinz Douala, Kamerun

1977 durchstreiften zwei Brüder als "Wanderbruderschaft" Kamerun und besuchten im Stil der frühen Christen eine Kirche nach der anderen.

Le Puits

 

franz. "Brunnen": Dieser Ort könnte nach derCommunauté du Puits de Jacob", einer Gemeinschaft in Straßburg benannt sein. "

 

Tilleul

Männer, die drei Monate bleiben

franz. "Linde"

 

Tenietz

Das Empfangshaus wird heute nicht mehr so bezeichnet.

nach dem polnischen Benediktinerkloster Tynice bei Krakau

 

© Christoph Enzinger, Wien: Abendgebet mit Gesängen aus Taizé